Zwischen beobachtender Distanz und vertrauter Nähe
„Sommerherz“ von Thekla Ehling und „Higley“ von Andrew Phelps in der Galerie Robert Morat
Was tun, wenn die persönliche Bindung an das Thema und die professionelle Distanz zum selbigen sich im Widerstreit befinden? Oftmals müssen sich Fotografen wie fast alle Menschen in den unterschiedlichsten Berufssparten zwischen beruflicher Nüchternheit/Neutralität und persönlicher Befangenheit entscheiden. Thekla Ehling und Andrew Phelps wagen mit Ihren Fotografien diese Gradwanderung, um einen sehr persönlichen Teil ihres Lebens fotografisch festzuhalten.
Andrew Phelps dokumentiert den Ort seiner Kindheit mit einer subtilen Intimität und Stille, als ob er nicht nur sein Dorf, sondern auch Erinnerungen an vergangene Tage festgehalten hätte. Für Thekla Ehling sind die eigenen Kinder und deren Alltag Fundus für eine Fotoserie. Mit ihren Aufnahmen vermittelt sie einfühlsam und zugleich fast beiläufig eindrückliche Momentaufnahmen von Kindheit und Aufwachsen.
Die Bilder geraten weder in eine fade Entrücktheit noch ins klebrige Süßliche – Persönlicher Zugang zum Thema und persönliche Bindung zum Dargestellten wird mit gekonntem fotografischen Blick und Gespür ins Bild gesetzt.